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An eine schwierige Geliebte

An eine schwierige Geliebte

 

Bist Du ein Blatt im Wind?
Woher er weht - er nimmt Dich mit,
seit Du vom Stiel gebrochen...
Die Saat in Deiner Hand, sie duftet süß!
Gar oft hast Du so gern an ihr gerochen
Die Angst, die Dich befällt
- Von Zeit zu Zeit -
Die keimerfüllte Saat, sie wollte Wurzeln schlagen,
Sie würde gar ein Baum
- So riesengroß -
Dass nie der Wind ihn könnt von dannen tragen!
 

Der Halm, an den Du stößt:
Er ist Dein Feind!
Er hielt Dich fest, dass Du zur Erd’ musst’ sinken.
Nicht lange liegst Du ruhig an Deinem Ort,
Und Sehnsucht zieht: Ein bess’res Ziel möcht’ winken.
Der Windstoß treibt Dich fort
- Wer weiß wohin - um’s Erdenrund?
Wo mag die Frucht wohl reifen?
Ach, welches ist der Ort, der es bewirkt, dass Blumen blüh’n?
Wer soll die Frage greifen?
 

Es ist die Kraft der Saat, die Wandlung wirkt,
Wenn Liebe dann zur Erde lässt Dich neigen.
Der ganze Segen blühet auf
- Geburt des Sinns - die Frucht erscheint,
Die Schöpfung will sich zeigen!
Gib acht darauf, mein Herz!
Dein Flug war lang - der Sommer geht!
Die Saat soll nicht erfrieren!
Ach, lass’ uns doch bei Zeit’ die Erde sein!
Wir wollen nicht den Keim
Zuletzt
Verlieren
. . .

© 1996 by Gerd E. Gmelin

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