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Wiedergefunden

Wiedergefunden

 

Wie sag’ ich’s Dir nach all den Jahren,
Da wir doch fast noch Kinder waren,
Und daß ich Dich heut’ wiederfand,
Es raubt mir beinah’ den Verstand.
Und jäh’ trifft mich Dein Augenstern,
Berührt mich tief im Wesenskern,
Und ohne Worte - spürst Du’s auch? -
Versteh’n sich Kopf und Herz und Bauch.

Erinnerung, wach’ bitte auf!
Führ’ mich zurück zu jenem Tag
In meinem langen Lebenslauf,
An dem ich Dich errötend frag’,
Ob Du mich auch so lang schon kennst,
Wie ich Dich ewig schon geliebt?
Und wenn Du meinen Namen nennst,
Ob Du es bist, ob es Dich gibt?

Die Freude dann, die Du mir zeigst,
Sie sagt mir mehr, als Du verschweigst.
Es ist die Ahnung, die mich rührt
Und der es irgendwie gebührt,
Daß öffnen uns’re Augen sich
Und Du mich kennst - und ich kenn’ Dich.
Sind’s Tausend Jahre und ein Tag,
Daß ich Dich liebe - und ich sag:

Erinnerung, wach’ bitte auf!
Führ’ mich zurück zu jenem Tag
In meinem langen Lebenslauf,
An dem ich Dich errötend frag’,
Ob Du mich auch so lang schon kennst,
Wie ich Dich ewig schon geliebt?
Und wenn Du meinen Namen nennst,
Ob Du es bist, ob es Dich gibt?

Jetzt geh’ ich fort, Du bleibst zurück,
In mir, da keimt ein stilles Glück.
Du sagst zu mir: Leb’ wohl, bis bald!
Ich kenne Deine Herzgestalt.
Ich komme wieder, glaube mir!
Und wieder stehe ich vor Dir.
Und stumm stell’ ich die Frage mein:
Dist Du es wirklich - kann das sein?

Erinnerung, wach’ bitte auf!
Führ’ mich zurück zu jenem Tag
In meinem langen Lebenslauf,
An dem ich Dich errötend frag’,
Ob Du mich auch so lang schon kennst,
Wie ich Dich ewig schon geliebt?
Und wenn Du meinen Namen nennst,
Ob Du es bist, ob es Dich gibt?

Und bist Du’s nicht, die mich beseelt
Und die mich damals fast erwählt,
So ist es doch die Seelenkraft,
Die uns’re Nähe heute schafft.
Ich danke Dir, Du mein Geschick
Und preise jenen Augenblick
Und lobe jenen Tag des Lichts,
Der uns erfüllt mit hellem »Nichts« . . .

© 1996 by Gerd E. Gmelin

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